Kurpark Burtscheid einschließlich Kurpark-Terrassen
Denkmalnummer 05334002 A 03661
Adresse Burtscheider Markt o.Nr.; Dammstraße 40; Dammstraße o.Nr.; Karlstreppe o.Nr.; Klostertreppe o.Nr.; Michaelsbergstraße o.Nr.; Michaelstreppe o.Nr.; St. Johann o.Nr.
Koordinaten 295173 5627788
Eintragung 15.06.2021
Denkmalart Baudenkmal
Kataster Flurstück: Gem.: Burtscheid Flur: 2 Flurst.: 2130, 2132, 2135, 2136, 2138, 2281
Merkmale Der Kurpark Burtscheid ist gekennzeichnet durch starke Höhenunterschiede und durch prägende Sichtbezüge, welche die unregelmäßig geschnittene, relativ kleine Parkfläche durch optische Einbeziehung der Umgebung größer erscheinen lassen. Wesentlich für diese Parkanlage sind grundsätzlich die Sichtbezüge zwischen den angrenzenden Straßenzügen mit charakteristischer Bebauung und dem Kurpark sowie darüber hinaus zwischen den tiefer und den höher liegenden Parkteilen. Mehrere Hauptzugänge liegen an der Dammstraße, welche von geschnittenen Platanen gesäumt wird (im nordwestlichen Abschnitt) und mit Rasenstreifen, Beeten sowie bauzeitlichen Parkbuchten (Natursteinpflaster) als Entree gestaltet ist. Vom östlichen Bürgersteig entlang der Dammstraße, welcher als Parkweg gestaltet ist (mehrfarbige Pflasterung verändert), wird der Blick in den Kurpark und weiter bis zur oberhalb befindlichen Kirche St. Michael gelenkt. Im südlichen Teil ist das historische Rathaus am Burtscheider Markt in die Kurpark-Gestaltung integriert und die oberhalb befindliche Kirche St. Johann Baptist optisch einbezogen. Vom nördlichen Teil des Kurparks sind Sichtbezüge zum oberhalb an der Michaelsbergstraße befindlichen Kloster gestalterisch wichtig (Michaelsbergstraße 40, Kloster der Schwestern vom armen Kinde Jesus). Nebenzugänge liegen an der Michaelsbergstraße und an der Straße St. Johann auf dem Michaelsberg und ermöglichen über Treppenanlagen den Zugang in den tiefer liegenden Kurpark. Entlang dieser genannten Straßen ist der Kurpark eingefriedet, wobei abschnittsweise halbhohe Ziegelmauern mit einer Abdeckung aus Natursteinplatten oder Metallgitter auf einem niedrigen Sockel vorhanden sind. Im Anschluss an die Karlstreppe besteht beispielsweise der nordöstliche Abschnitt der Einfriedung aus schmiedeeisernen Gittern auf einem Natursteinsockel, welche noch vom Kurpark des 19. Jh. stammen und integriert wurden. An der Michaelstreppe bildet ein translozierter historischer Natursteinpfeiler den Abschluss der Ziegelmauer. Der südliche Abschnitt der Michaelsbergstraße, welcher von der Straße Burtscheider Markt ansteigend zum Vorplatz der Kirche St. Michael führt, ist mit Natursteinpflaster unterschiedlichen Materials in Streifenoptik befestigt und als gestaltete Zuwegung Bestandteil des hier in Rede stehenden Baudenkmals. Auf der Höhe des ersten Obergeschosses vom historischen Rathaus (Burtscheider Markt 1) zweigt von der ansteigenden Michaelsbergstraße ein Parkweg ab, dessen Beginn durch integrierte Natursteinpfeiler unterschiedlicher Höhe betont ist. Im nordöstlichen Abschnitt der Michaelsbergstraße liegen Parkbuchten, welche Bestandteile der Parkgestaltung sind. Über eine Treppenanlage ist dort der Spielplatz zu erreichen. Aufgrund der beachtlichen Höhenunterschiede gehören zahlreiche Treppenanlagen zu den wesentlichen Elementen dieses Kurparks. Sie sind nicht nur Teile der Parkerschließung, sondern dienen mit ihrer individuellen Gestaltung auch als optische Blickfänge und lenken darüber hinaus als Sichtachsen die Blicke. Teilweise wurden vorhandene Treppenanlagen - die Karlstreppe, die Michaelstreppe und die Klostertreppe - überarbeitet und gestalterisch integriert, indem sie beispielsweise mit einheitlichen Metallgittern auf Natursteinplatten ausgestattet wurden. Die charakteristische Formensprache der Nachkriegsmoderne verkörpert insbesondere die mit geschwungenen Schleppstufen aus Naturstein gebildete Treppenanlage, welche vom Parkweg an der Dammstraße in südöstlicher Richtung den Hang hinaufführt. Stützmauern in unterschiedlicher Länge und Höhe fangen größere Höhenunterschiede auf. Häufig handelt es sich um Natursteinmauern (Bruchstein oder Werk-stein), teilweise um Klinkermauern mit Abdeckungen aus Natursteinplatten. Im südlichen, besonders steilen Teil des Kurparks unterhalb der Kirche St. Michael ist eine hohe Stützmauer aus streifenweise abwechselnd verwendetem Naturstein- und Klinkermauerwerk vorhanden, in welche Spolien eingebaut sind (s.u., Ausstattungselemente). Der charakteristische Materialwechsel dieser prägenden Stützmauer beinhaltet über die kontrastierende Farbigkeit von Rot und Grau zugleich gestalterische Bezüge zur Kirche St. Michael und zur bauzeitlichen Pflasterfläche am historischen Rathaus (Burtscheider Markt 1). Das Wegesystem zur Erschließung des Kurparks berücksichtigt die natürliche Topographie am Hang vom Michaelsberg, wobei die Wege so angelegt sind, dass keine erheblichen Steigungen bzw. kein erhebliches Gefälle auftritt. Es besteht im Wesentlichen aus dem gepflasterten Hauptweg parallel zur Dammstraße, welcher am Zugang zu den Kurpark-Terrassen und am historischen Rathaus (Burtscheider Markt 1) zu gepflasterten Platzflächen geweitet ist (bauzeitliches Pflaster mit geometrischen Ornamenten aus Klinker und Naturstein), sowie aus einem erhöht, parallel zu den Hanglinien und zur Michaelsbergstraße in Nordost-Südwest-Richtung geführten Parkweg (seit 2014 Benennung "Hugo-Baurmann-Weg"). Dieser Parkweg ist teils zu geometrischen Platzflächen geweitet und als Promenade sowie als Aufenthaltsort gestaltet. Zwischen diesen beiden genannten Wegen und zu den Parkeingängen bzw. -ausgängen verlaufen kürzere Wege, teils geschwungen, teils nahezu rechtwinkelig. Die Parkwege sind überwiegend wassergebunden und mit gepflasterten Rinnen (Naturstein) zur Ableitung von Regenwasser sowie Natursteinwegekanten ausgestattet. Platzflächen sind überwiegend mit Natursteinplatten unterschiedlichen Formats befestigt. Abschnittsweise werden die Wege von Stützmauern aus Werkstein begleitet, welche den Hang bzw. Hochbeete stützen. Die Zuwegung zum Gebäude Kurpark-Terrassen aus nördlicher Richtung ist mit Waschbeton-Platten befestigt. Der Belag eines bauzeitlich mit polygonalen Platten (s. hist. Foto) befestigten Weges, welcher zum Wasserbecken führt, wurde verändert (derzeitiges Pflaster ohne Denkmalbedeutung). Vom oben erwähnten, erhöht entlang des Hangs geführten Weg ("Hugo-Baurmann-Weg") und insbesondere von dessen Platzflächen sind gestaltete Sichtbezüge zu den tiefer liegenden Parkteilen und zur Dammstraße charakteristisch. Dieses gestalterische Konzept ist insbesondere ablesbar an den ausgerichteten Sitzplätzen, an den filigranen Geländern in Brüstungsmauern, welche intendierte Durchblicke ermöglichen, bis hin zu einem Austritt, welcher die Positionierung der Besucher vorgibt (s. Foto). In zentraler Lage innerhalb des Kurparks befinden sich das Gebäude Kurpark-Terrassen (Beschreibung s.u.), eine großflächige Terrasse mit integrierten Pflanzflächen und ein Wasserbecken mit Fontänen. Die westlich und südlich vom Gebäude Kurpark-Terrassen gelegene Terrasse wird durch ein geometrisches Raster geprägt, das aus Waschbetonplatten in zwei unterschiedlichen Grautönen besteht; dunkelgraue Waschbetonplatten bilden die Rasterlinien, hellgraue die Rasterfelder. Einige Rasterfelder sind als asymmetrisch angeordnete Beete gestaltet und charakteristisch bepflanzt. Ein Beet, das die Größe mehrerer Rasterfelder einnimmt, umgibt die Südfassade des Gebäudes. Ein weiteres verhältnismäßig großes rechteckiges Beet innerhalb des modularen Terrassen-Rasters befindet sich im südlichen Teil der Terrasse zwischen dem Gebäude und dem Wasserbecken mit Fontänen. Die ursprünglich auf der Terrasse vorhandenen charakteristisch geformten Pflanzschalen fehlen (vgl. historische Fotos). Die derzeit in Benutzung befindlichen Pflanzgefäße sind für das historische Erscheinungsbild abträglich. Diese großflächige Terrasse war bauzeitlich mit einer einheitlichen flexiblen Bestuhlung ausgestattet. Eine vergleichsweise geringe Zahl der bauzeitlichen Stühle ist überliefert und derzeit am Wasserbecken in Benutzung. Bei dem Stuhlmodell handelt es sich um filigrane Metallstühle mit Armlehnen und Holzauflage (s. historische und aktuelle Fotos). Die weiteren derzeit in Benutzung befindlichen Stühle, Tische und anderen Ausstattungselemente sind ohne Denkmalbedeutung. Am südlichen Rand der Terrasse liegt ein rechteckiges Wasserbecken, welches an seiner nordwestlichen und nordöstlichen, der Terrasse zugewandten Seite mit Waschbeton-Sitzmauern eingefasst ist. Die Einfassung an der südwestlichen und südöstlichen Seite besteht aus einer niedrigen Mauer, die bauzeitlich von grobem Kies bedeckt war, jedoch später als Waschbetondamm gestaltet wurde. Einige Findlinge (Naturstein) in unregelmäßiger Anordnung ergänzen die Beckengestaltung. Mehrere als Gruppe installierte Wasserdüsen erzeugen Fontänen, welche das Bild beleben und die Luft befeuchten. Das bewegte Wasserspiel war bauzeitlich durch relativ hohe Fontänen gekennzeichnet und entfaltete dadurch eine größere Fernwirkung (s. hist. Fotos). Das Betonbecken ist bauzeitlich für die Befüllung mit Thermalwasser aus der Rosenquelle ausgelegt worden. Seit 2013 ist für die innerhalb des Kurparks befindliche Rosenquelle ein schlichtes kubisches Quellgebäude südlich des Wasserbeckens vorhanden (ohne Denkmalbedeutung), welches den Zugang zur Rosenquelle fasst. Der im nordöstlichen Teil des Kurparks vorhandene Spielplatz ist weitgehend in seiner bauzeitlichen Gestaltung vorhanden. Er wird zur Kurbrunnen- und zur Michaelsbergstraße von bepflanzten Hochbeeten eingefasst, welche von asymmetrisch angeordneten Betonstützmauern abgefangen werden. Die polygonale Grundfläche der zentralen Freifläche dieses Spielplatzes ist unterteilt in eine Sandkastenfläche, Rasenflächen und befestigte Flächen mit Sitzbänken (charakteristisches Modell aus Metall mit Holzauflage und Armlehnen). Zu den wesentlichen Elementen dieses Spielplatzes gehören ein wahrscheinlich bauzeitliches Klettergerüst (vgl. hist. und aktuelles Foto) und eine Rutsche (Modell erneuert). Bei dem Klettergerüst handelt es sich um ein Metallgerüst auf runder Grundfläche, das über drei gleichmäßig verteilte gewölbte Leiterelemente, welche oben in einen Metallring münden, das Hochklettern ermöglicht. Der Spielplatz ist in das bauzeitliche Wegesystem des Kurparks eingebunden. Der Zugang zum Kurpark und zu diesem Spielplatz erfolgt von der höher gelegenen Michaelsbergstraße über eine mehrteilige Treppenanlage aus Natursteinstufen und Podesten mit Natursteinpflaster. Diese Treppe ist zugleich als Sichtachse auf den historischen Gartenpavillon in der Nähe der Kurbrunnenstraße ausgerichtet. Ein später eingebrachter Stichweg von der Kurbrunnenstraße ist eine Veränderung (ohne Denkmalbedeutung). Die gestalterisch wichtigen Sichtbezüge zwischen dem Gartenpavillon und dem Kurpark sind derzeit durch Pflanzungen und Aufwuchs gestört. Die bauzeitliche Zuwegung (1961) zu diesem Gartenpavillon ist derzeit gesperrt, die nachträglich errichtete Umzäunung des Gartenpavillons (wegen Vandalismus-Gefahr) ist als reversible Beeinträchtigung zu bewerten. Der Gartenpavillon (erbaut um 1740 und transloziert) wird hier nicht näher als gebautes Dokument der Architekturgeschichte behandelt, weil er 2001 als Baudenkmal separat in die Denkmalliste eingetragen wurde (s.o.). Die Fläche, auf der dieser Pavillon errichtet wurde, gehört zu dem hier in Rede stehenden Baudenkmal Kurpark Burtscheid. Die Grüngestaltung des gesamten Kurparks ist zu einem großen Teil durch modellierte Rasenflächen mit Solitärbäumen oder Gehölzgruppen gekennzeichnet, welche insbesondere auch charakteristische Sichtbezüge über Grünflächen hinweg ermöglichen und den Eindruck einer gewissen Weitläufigkeit erzeugen. Im nördlichen Teil des Kurparks sind prägende Bäume von der Vorgängeranlage des 19. Jh. in die Gestaltung integriert worden. Hervorzuheben sind insbesondere der mehrstämmige Ginkgo auf der nordwestlichen Rasenfläche und mehrere großkronige Platanen im nordöstlichen Teil des Kurparks. Auf eine breit ausladend wachsende Platane wurde sogar mit Anordnung und Grundriss der Kurpark-Terrassen reagiert, denn das mehrflügelige Gebäude flankiert diese Platane auf zwei Seiten. Mit seinen großen Fensterfronten öffnet sich das Gebäude zum Park, es bietet intendierte Aussichten (vgl. hist. Foto) und reflektiert mit seiner Architektur wiederum die Parkgestaltung. Entlang der Dammstraße dominieren im nahezu ebenen Abschnitt Rasenstreifen, welche durch Stichwege und Pflanzflächen unterbrochen und gegliedert sind. Die Größe dieser Pflanzflächen und deren Bepflanzung wurden in jüngerer Vergangenheit verändert, das bauzeitliche Erscheinungsbild war dort weitläufiger (vgl. hist. Fotos mit dominierenden Rasenstreifen). Im südlichen Abschnitt der Dammstraße sind mit Natursteinpflaster befestigte Parkbuchten in die dortige Grünstreifenbreite integriert. Die den nördlichen Abschnitt der Dammstraße flankierende Böschung ist von dichter bepflanzten Gehölzflächen aus Bäumen, Sträuchern und Bodendeckern gekennzeichnet. Am nördlichen Rand des Kurparks dienen gemischte Gehölzrabatten der Einfassung und Abschirmung; besonders auffällig sind dort die zahlreichen Hainbuchen. Am Hang des Michaelsbergs und am Spielplatz sind sowohl Rasenböschungen mit lockerer Anordnung vom Bäumen und Sträuchern als auch dichter und abwechslungsreicher mit Bodendeckern, Sträuchern und Bäumen bepflanzte Flächen vorhanden. Die geometrischen Pflanzflächen (Beete) entlang der Dammstraße, auf der Terrasse nördlich vom Wasserbecken sowie auf der Terrasse oberhalb des Wasserbeckens am heutigen "Hugo-Baurmann-Weg" waren bauzeitlich mit Zwiebelblumen, Rosen und Wechselflor bepflanzt, um so den jahreszeitlichen Wechsel zu betonen und jährlich einen anderen farbintensiven Blütenschmuck zu bieten (vgl. hist. Fotos). Derzeit ist eine Bepflanzung mit überwiegend mehrjährigen Stauden vorhanden (ohne Denkmalbedeutung). Der charakteristische Baumbestand des gesamten Kurparks ist im offiziellen Parkplan der Stadt Aachen dargestellt (s. Literatur, Flyer "Burtscheider Kurgarten. 1823-2000"). Seit dieser im Jahr 2000 veröffentlichten Erfassung des Baumbestandes sind einige Gehölze entfernt worden, darunter eine Eibe auf der nordwestlichen Rasenfläche, welche schon ca. 1823 in die Vorgängeranlage gepflanzt worden war (s. Literatur, Stadt Aachen 2002: Bemerkenswerte Bäume in der Stadt Aachen, S. 24-25). Einzelne Bäume unterliegen als Naturdenkmale einem zusätzlichen Schutz. Sie sind zugleich historisch bedeutende Bestandteile der Kurpark-Gestaltung. Zu den Baumarten aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg, welche also schon in der Vorgängeranlage und auf den Erweiterungsflächen vorhanden waren und gestalterisch innerhalb des gesamten Kurparks integriert wurden, gehören neben den oben bereits erwähnten Platanen und dem Ginkgo insbesondere Laubbäume wie Linde, Eiche, Ahorn, Buche und Tulpenbaum, außerdem Nadelgehölze wie Eiben. In räumlicher Nähe zu den Kirchen St. Michael und St. Johann Baptist sind beispielsweise alte Linden in Reihenstellung mit gestaltetem Bezug zum dortigen Straßenverlauf vorhanden, welche dort die Kulisse des heutigen Kurparks prägen. Zu den besonders charakteristischen Gehölzarten, die den Kurpark seit seiner Umgestaltung und Erweiterung in den 1960er Jahren prägen, gehören neben Ahorn, Hainbuche, Birke, Weide und Kiefer insbesondere auch Exoten wie die Rote Rosskastanie, der Götterbaum, Schnurbaum, Trompetenbaum, Tulpenbaum, die Robinie und das Eisenholz. Zu den Gehölzen mit auffälligem Blütenschmuck und besonderer Herbstlaubfärbung gehören auch verschiedene Sorten von Zierkirschen. Weitere denkmalwerte Ausstattungselemente im gesamten Kurpark: Der Kurpark wurde in den 1960er Jahren mit einem charakteristischen eigens für diesen Park "entwickelten" Bankmodell ausgestattet, welches aus vergleichsweise filigranem Vierkantrohr mit Holzauflage besteht (s. hist. Fotos). Außerdem wurden an der Dammstraße in die dortigen geschwungenen Werksteinstützmauern individuell gefertigte Sitzbänke aus einer Metallrohr-Konstruktion auf Betonstützen mit Holzsitzauflage integriert. Andere Bankmodelle sind ohne Denkmalbedeutung. Auf den Terrassen kam zusätzlich die oben beschriebene flexible Bestuhlung zum Einsatz (filigrane Metallstühle mit Armlehnen und Holzauflage). Das charakteristische Leuchtenmodell der 1960er Jahre war eine hohe Mastleuchte, die mehrere hängende gläserne Leuchtkörper in asiatisch anmutender Laternenform besaß. Diese hohen Leuchten sind nicht überliefert, sondern wurden in der Vergangenheit durch unterschiedliche unauffällige funktionale Mastleuchten ersetzt (jüngere Leuchtenmodelle ohne Denkmalbedeutung). An der Treppenanlage unterhalb der Kirche St. Michael ist eine bauzeitliche niedrige Leuchte mit zylindrischem Leuchtkörper überliefert (s.u., erläuterndes Foto). Dieses bauzeitliche Leuchtenmodell ist somit ein Denkmalbestandteil. Entlang der Michaelsbergstraße sind mehrere historische Gussmastleuchten mit Laternenaufsatz überliefert, die in den Kurpark integriert und somit Denkmalbestandteile sind. Zu den besonderen Ausstattungselementen des Kurparks gehört darüber hinaus die Bronze-Plastik "Die Sitzende" von Heide Dobberkau, welche 1962 durch die Aachener Bank gestiftet und im südlichen Teil nahe der Dammstraße auf einem Sockel installiert ist. Aufgrund eines Diebstahls der bauzeitlichen Bronze befindet sich an dieser Stelle seit 2016 ein autorisierter Zweitguss des bildhauerischen Kunstwerkes. Nördlich vom historischen Rathaus (Burtscheider Markt 1) ist ein translozierter Mühlstein auf der dortigen gepflasterten Platzfläche installiert (Klinker- und Natursteinpflaster in charakteristischen geometrischen Ornamenten mit Farbkontrasten). In die oben beschriebene Stützmauer nordöstlich vom historischen Rathaus (Burtscheider Markt 1) sind drei Spolien integriert, die seit 1961/1962 zu den charakteristischen Ausstattungselementen des Kurparks gehören (Reihenfolge von Norden nach Süden): - Wappen der Burtscheider Äbtissin Anna Francisca d?Awans de Lonchin de Flemalle, Inschrift im Band unten "Deus Fortitudo Mea" (s. Literatur, von Schwartzenberg 1986, S. 84), - - Epitaph von 1760 der Familie von Colyn zu Beusdael und Sippenaken aus dem früheren Stephanshof, Hartmannstraße, zwischenzeitlich im Bestand des städt. Musums (s. Literatur, von Schwartzenberg 1986, S. 94), - - Wappenstein der Äbtissin von Renesse, zuvor Johannisbad (1900 abgebrochen, s. Literatur, von Schwartzenberg 1986, S. 71) - Das ursprünglich als Trink- und Wandelhalle des Kurparks Burtscheid errichtete Gebäude der "Kurpark-Terrassen" hat einen L-förmigen Grundriss. Der längere, schmalere und etwas niedrigere Flügel sollte als Wandelhalle, der kürzere, breitere Flügel als Trinkhalle genutzt werden. Entsprechend dieser Nutzungen waren der Wandelhalle als rückwärtige Funktionsräume eine Garderobe, ein Kiosk und eine Toilettenanlage zugeordnet. Aus der Wandelhalle führte weiterhin ein tonnengewölbter Gang zu dem als Spolie dem Neubau integrierten so genannten "Fürstenbad", der Prunkbadezelle des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Kaiserbades. Im rückwärtigen Bereich der Trinkhalle befand sich auf beiden Seiten ein Thermalwasserausschank, von denen der im Winkel der beiden Flügel gelegene auch zur Wandelhalle geöffnet war. Die beiden Hallenflügel sind fast vollständig mit Glasfassaden zum Außenraum geöffnet. Nur an der Schmalseite der Wandelhalle fassen zwei bruch-steinverkleidete Mauerscheiben die Glaswand ein. Die Transparenz und Offenheit der Hallenräume zum Außenraum hin wird dadurch gesteigert, dass die zur Stabilisierung der Fassade notwendigen Elemente ebenfalls aus Glas gebildet werden konnten. Dies wurde durch eine in der bauzeitlichen Berichterstattung als neues Patent beschriebene Technik einer hängenden Fassadenkonstruktion ermöglicht ("Bald Thermalwasser in der Wandelhalle", Zeitungsausschnitt vom 12.5.1965 in der Bauakte der Stadt Aachen). Auch die Trennung zwischen Wandel- und Trinkhalle ist mit einer Glaswand in dieser Technik gebildet, so dass sich auch innerhalb des Gebäudes optisch ein ununterbrochenes Raumkontinuum zwischen den beiden Hallen ergab. Die einzigen Metallelemente der Fassaden und der Trennwand sind die aus der Bauzeit erhaltenen zweiflügeligen Türanlagen. Die mit den Glasfassaden erreichte Leichtigkeit und Transparenz des Gebäudes wird auch noch dadurch gesteigert, dass die im Querschnitt vergleichsweise schlanken Betondeckenplatten weit vor die Fassade vorspringen, so dass nicht der Eindruck eines kubischen Baukörpers entsteht. Die schlanken Metallstützen, auf denen die Betondecke ruht, treten dabei hinter der Glasfassade kaum in Erscheinung. Die rückwärtige, dem Hang zugewandte Seite, welche heute vom Erweiterungsbau der 1980er Jahre verdeckt wird, war durchgängig mit Bruchsteinmauerwerk verkleidet, dessen Gestaltung sich an den Bruchsteinmauern der Parkgestaltung orientierte. Auch im Inneren waren weite Teile der geschlossenen Wandpartien der Hallen in dieser Weise mit Bruchsteinmauerwerk verkleidet. Sichtbar erhalten haben sich hiervon nur größere Partien am südlichen Ende der Wandelhalle und am östlichen Ende der Trinkhalle. In der Wandelhalle sind die mit Bruchstein verkleideten Partien der einzige erhaltene Hinweis auf die ursprüngliche Aufteilung der hier anschließenden Funktionsräume. Dieser Bereich wurde ansonsten wie bereits oben (s. Planungs- und Baugeschichte) erwähnt insbesondere im Zusammenhang mit der Errichtung des Erweiterungsbaus in den Jahren 1983-1984 umgestaltet. Ob sich hinter den aktuellen Wandverkleidungen der ehemaligen Wandelhalle noch weitere Reste der ursprünglichen Wandverkleidung befinden, war zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu ermitteln. Möglicherweise war die Wand im Bereich der Öffnungen von Garderobe, Kiosk und Thermalwasserausschank ursprünglich nicht vollständig mit Bruchstein verkleidet, sondern nur in der Art von Lisenen zwischen den einzelnen Öffnungen. Dies legt zumindest ein Foto aus der Presseberichterstattung kurz vor der Eröffnung der Trink- und Wandelhalle nahe ("Fertig eingerichtet - aber geschlossen", Aachener Zeitung, Ausschnitt in der Bauakte der Stadt Aachen mit Datumsstempel: 14.5.1965), auf dem über den Öffnungen dieser Nebenräume hellere Wandpartien, gerahmt von streifenförmigen dunkleren Wandpartien, erkennbar sind. In den Bruchsteinverkleidungen am südlichen Ende der Trinkhalle sind noch die Öffnungen der ehemaligen Thermalwasserausschankräume erkennbar, zu deren zusätzlicher Beleuchtung über dem eigentlichen Ausschank eine weitere breite Öffnung angebracht war, da diese Räume zum Außenraum hin keine Fensteröffnungen besaßen. Da auch die Rückwand der Trinkhalle, welche für den raumbreiten Anschluss des Erweiterungsbau 1983 abgebrochen wurde, keine Fensteröffnungen besaß, da sich hinter ihr der Raum für das Stuhlmagazin verbarg, wurde für den Bereich des Thermalausschanks mit einem großen runden Oberlichtfenster eine zusätzliche natürliche Lichtquelle geschaffen. Bis heute prägend für das Erscheinungsbild des Inneren der ehemaligen Trink- und Wandelhalle sind einerseits der in beiden Hallen erhaltene Bodenbelag aus rötlichem, bewegt strukturiertem Naturstein und die Deckengestaltung mit kräftigen, kantigen Betonelementen. Durch diese Gestaltung, quadratische Kassetten in der Trinkhalle, quer gerichtete Unterzüge mit zwei mittig über diesen durchlaufenden längs gerichteten Unterzügen in der Wandelhalle, sind die beiden Hallen auch gestalterisch voneinander unterschieden. Das Bodenmaterial schließlich ist als weiteres Element eingesetzt, um die Grenzen zwischen Außen- und Innenraum zu überspielen: Der Bodenbelag setzt sich fort im Plattenbelag eines flachen Sockels vor den Glasfassaden des Gebäudes. (Siehe Gutachten des LVR-ADR vom 19.03.2021, das Bestandteil der Eintragung ist.)
Begründung Der Kurpark Burtscheid einschließlich der Kurpark-Terrassen ist im definierten räumlichen Umfang mit seinen oben beschriebenen Elementen und Strukturen bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen. Seine Erhaltung und Nutzung liegen aus wissenschaftlichen, insbesondere ortsgeschichtlichen, gartenarchitekturgeschichtlichen und architekturhistorischen, sowie aus städtebaulichen Gründen im öffentlichen Interesse. Der Kurpark Burtscheid erfüllt somit die Tatbestandsvoraussetzungen für ein Baudenkmal gemäß § 2 DSchG NRW. Bedeutung für die Geschichte des Menschen: Der Kurpark Burtscheid hat Bedeutung für die Geschichte des Menschen, weil er zum einen Teil der Geschichte des Kurwesens Deutschlands ist. Die Geschichte der Badekultur lässt sich in Aachen und Burtscheid bis in die römische Antike zurückverfolgen. Aachen gehört bundesweit zu den ältesten Kurstädten, vergleichbar mit Wiesbaden oder Baden Baden. Das benachbarte Burtscheid mit seinen Thermalquellen hatte jedoch durch seine besondere topographische Situation im engen Talkessel nicht die optimalen Ausgangsbedingungen für eine städtebauliche Entwicklung als Kurort. Die Thermalquellen von Burtscheid zeichnen sich jedoch durch besonders hohe Temperaturen aus, die Schwertbadquelle ist mit ca. 75 Grad Celsius die heißeste Quelle Mitteleuropas (s. Literatur, Bernhard 1984, S. 123). Im 17. Jh. waren in Burtscheid fünfzehn Badehäuser vorhanden, welche sich in räumlicher Nähe befanden. (s. Literatur, Wehsarg 1979, S. 20). Im 18. Jh. wurden die Badeanlagen dann entlang des Wurmbachtals nach Nordosten erweitert und erste Ansätze einer landschaftlichen Gestaltung durch Promenadenwege geschaffen. Dies geschah vor dem zeithistorischen Hintergrund eines Wandels von der in Badehäusern vorgenommenen reinen Badekur zur Anwendung der Trinkkur. Bei Letzterer war die medizinisch empfohlene körperliche Bewegung wichtig, welche eine für Kurgäste geeignete Umgebung erforderte. In Burtscheid fand der oben skizzierte Ausbau der Kuranlagen seit dem 18. Jh über einen längeren Zeitraum bis zum ausgehenden 19. Jh. statt. Der 1823 eröffnete und bis zur Eingemeindung Burtscheids nach Aachen (1897) ausgebaute erste Burtscheider Kurgarten verkörperte mit seiner Gestaltung im gemischten Stil und mit seinen Ausstattungselementen ein typisches Beispiel des 19. Jh., jener Blütezeit der Kurparks in Deutschland (s. Literatur, Eidloth/Martin/Schulze (Hg.) 2020, S. 21-27). Zum Formenrepertoire von Kurgärten bzw. Kurparks dieser Zeit gehörten neben offenen Trinkbrunnen oder Brunnenhäusern zur baulichen Fassung des heilenden Quellwassers, teils mit angeschlossenen Trink- und Wandelhallen, insbesondere auch Brunnenalleen, welche den bei Trinkkuren gesundheitsförderlichen Spaziergang unter Schatten spendenden Bäumen ermöglichten. Des Weiteren gehörten Veranstaltungsplätze für das gesellschaftliche und kulturelle Leben dazu, meist mit einem Musikpavillon ausgestattet. Zu einem beträchtlichen Aufschwung des Badewesens in Aachen und Burtscheid trug der Bau der Eisenbahnstrecke Köln-Aachen bei, welche 1841 eröffnet wurde. Die räumliche Nähe zum Aachener Hauptbahnhof führte nachfolgend auch zu einem deutlichen Anstieg der Kurgastzahlen in Burtscheid, was sich wiederum in einer größeren Bautätigkeit niederschlug. So wurde der Neubau des Karlsbades südlich vom Kurgarten 1848 eingeweiht, schon einige Jahre zuvor war das benachbarte, 1828 eingeweihte Rosenbad erweitert worden (s. Wehsarg 1979, S. 31). Von den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs waren die Kureinrichtungen in Aachen und Burtscheid besonders betroffen, mithin gilt "Bad Aachen-Burtscheid" als das "zerstörteste deutsche Heilbad" (s. Wehsarg 1979, S. 63). Während andere traditionsreiche Kurstädte Deutschlands in den weniger beschädigten Stadtteilen den Kurbetrieb vergleichsweise schnell wieder aufnehmen konnten, waren in Aachen und Burtscheid überall schwerste Zerstörungen zu verzeichnen. Im Vergleich mit dem Alt-Aachener Kurviertel an der Monheimsallee gelang in Burtscheid die Wiederaufnahme des Kurbetriebs jedoch rascher, wodurch sich auswärtige Kurpatienten von Aachen nach Burtscheid umorientierten (s. Wehsarg 1979, S. 64-65). Der heutige Kurpark Burtscheid liefert ein historisch bedeutendes Zeugnis für den Neubeginn nach dem Krieg und die Ausweitung des Kurbetriebs zur Zeit des sog. Wirtschaftswunders in den 1950er und 1960er Jahren. Damals erhielten breite Bevölkerungsschichten aufgrund des 1955 verabschiedeten Rentenreformgesetzes Zugang zu Kureinrichtungen, da den gesetzlich Krankenversicherten der Anspruch auf einen Kuraufenthalt zugesichert wurde, welcher somit vorrangig medizinische Ziele erfüllen musste. Der Kurpark Burtscheid verkörpert eine frei zugängliche öffentliche Grünanlage, welche über die erholsamen Aufenthaltsmöglichkeiten im Freien hinaus auch weitere gesundheitsförderliche Elemente beinhaltet. Insbesondere durch die Thermalquelle (Rosen-Quelle) ist dieser Kurpark bis heute der qualitätvoll gestaltete Ort zur Durchführung von Trinkkuren und Bewegungstherapien. Der Kurpark Burtscheid hat zum anderen Bedeutung für die Geschichte des Menschen, weil er auch ein historisch bedeutendes Beispiel für den gezielten städtebaulichen Einsatz einer öffentlichen Grünanlage zur Ausgestaltung eines bestehenden Kurzentrums ist und einen besonderen Aussagewert für die Geschichte des deutschen Städtebaus der Nachkriegszeit hat. Die besondere Situation nach den großflächigen Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs begünstigte in Burtscheid die städtebauliche Neuordnung und nicht zuletzt die Vergrößerung der historischen Kurgartenfläche und deren vergleichsweise frühe Umgestaltung im Stil der Nachkriegsmoderne. Im Vergleich mit anderen deutschen Kurstädten hat Aachen-Burtscheid hier eine historisch bedeutende Entwicklung eingeleitet. Anderenorts wurden erst Jahre später bestehende ältere Kurgärten bzw. Kurparks durch gezielte Umgestaltungen in moderner Formensprache weiterentwickelt oder es wurden Erweiterungsflächen im Stil der Nachkriegsmoderne neu gestaltet. Bemerkenswert ist in Aachen darüber hinaus, dass die Planungen für den Park und des zentralen Parkgebäudes (Kurpark-Terrassen) parallel und in enger gestalterischer Abstimmung realisiert wurden. Vergleichbare Anlagen sind im Rheinland etwa ein Jahrzehnt später in Bonn-Bad Godesberg (1969-1970) und Bad Münstereifel (1973-1979) geschaffen worden. Der Kurpark Burtscheid einschließlich der Kurpark-Terrassen hat als qualitätvolles Beispiel für eine Kurparkgestaltung im Stil der Nachkriegsmoderne also darüber hinaus besondere historische Aussagekraft für die Geschichte der deutschen Gartenarchitektur und Architektur nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die 1960er Jahre. Bedeutung für Städte und Siedlungen: Den traditionsreichen Quellort Burtscheid mit seiner bis in die Römerzeit zurückreichenden Geschichte des Bade- und Kurwesens prägte seit dem 18. Jahrhundert eine Landschaftsgestaltung im Wurmbachtal (s.o.). Die weitere Ausgestaltung der Auen mit der Thermalquelle als Kurgarten ist höchstwahrscheinlich durch die räumliche Nähe und Konkurrenz zu Aachen entscheidend beeinflusst worden. Darauf deutet die etwa zeitgleiche Beauftragung des Düsseldorfer Hofgärtners Maximilian Friedrich Weyhe hin, der sowohl ab 1808 mit der Planung der Parkanlage auf dem Aachener Lousberg beschäftigt war als auch 1815 einen Entwurf für eine Grünanlage mit Badehaus in Burtscheid vorlegte (s.o.). Zwar wurde dieser Entwurf so höchstwahrscheinlich nicht ausgeführt, doch der Bedarf und der hohe Stellenwert einer solchen öffentlichen Anlage für eine Stadt waren im regionalen Vergleich schon damals bewusst. Der 1823 eröffnete erste Kurgarten sollte das Kernelement des sich weiter etablierenden Kurortes Burtscheid werden, welcher im 19. Jh. kontinuierlich ausgebaut wurde. Um 1900 hatte Burtscheid eine ebenso hohe Zahl von Kurgästen wie Aachen vorzuweisen (s. Bernhard 1984, S. 166). Die überlieferte Fläche des historischen Kurgartens mit Resten der Grüngestaltung des 19. und frühen 20. Jh. bindet der heutige Kurpark Burtscheid ein. Darüber hin-aus umfasst er südliche Erweiterungsflächen, welche erst durch die vollständige Beseitigung kriegszerstörter Bauten zur Verfügung standen. Den Übergang zwischen dem älteren und dem jüngeren Teil dieses Kurparks bildet die Karlstreppe. Zwei weitere in die Kurparkgestaltung der 1960er Jahre einbezogene ältere Treppenanlagen - Michaelstreppe und Klostertreppe - sowie Einfriedungen unterschiedlichen Materials, z.B. die Zaunanlage entlang der Michaelsbergstraße, bilden anschauliche Zeugnisse für die Geschichte Burtscheids, weil sie die historische Siedlungsstruktur und die erfolgte Zusammenlegung von Grundstücken ablesbar halten. Erst durch die südliche Erweiterung des Kurparks Burtscheid ist das historische Rathaus (Burtscheider Markt 1), welches bis zum Zweiten Weltkrieg von Nachbargebäuden teilweise verdeckt wurde, als prägender weithin sichtbarer Baukörper erlebbar. Das ehemalige Rathaus Burtscheid wurde 1962 im Zuge der Kurparkerweiterung umgebaut, um innerhalb dieser Parkanlage und des Kurzentrums eine neue Funktion als Einrichtung für Kurgäste (Haus des Gastes) zu erhalten. Die hohe Bedeutung dieses Kurparks für die Stadtgeschichte von Aachen-Burtscheid ergibt sich darüber hinaus durch die erfolgten Translozierungen von historisch wertvollen Elementen in diese öffentliche Grünanlage. Der erweiterte Kurpark Burtscheid ist dadurch nach dem Zweiten Weltkrieg zur besonderen Identifikationsstätte geworden. Hier ist zunächst der 1961 translozierte Gartenpavillon von Johann Joseph Couven zu nennen, welcher zuvor im Garten des kriegszerstörten städtischen Couven-Museums (ehem. Haus Fey, Seilgraben 34) stand. Dort hatte er sich allerdings erst seit 1928 befunden, denn ursprünglich war dieser Gartenpavillon um 1740 (Wetterfahne mit Jahresangabe 1750) für einen Privatgarten am Foggengraben (heutiger Friedrich-Wilhelm-Platz) geschaffen worden. Der nach Kriegsschäden sanierte Gartenpavillon wurde schon vor der Kurparkerweiterung in Abstimmung mit dem Gartenarchitekten Hans Kaldenbach (s. Mailandt 1999, S. 298) in den ältesten Teil an der Kurbrunnenstraße integriert und in die Umgestaltung (ab 1962) einbezogen. Er soll dort von hohem, großkronigem Baumbestand gerahmt gleichermaßen als prägendes bauliches Element der Parkanlage dienen und an diesem nordöstlichen Parkeingang auch in den Straßenraum hinein wirken. Mit der erneuten Translozierung in den Kurpark Burtscheid ist darüber hinaus ein Bezug zu den ebenfalls vom Baumeister Johann Joseph Couven geschaffenen Kirchen St. Michael und St. Johann Baptist auf dem Michaelsberg erzielt worden. Über den barocken Gartenpavillon ist der Kurpark Burtscheid mit den als Landmarken optisch einbezogenen Kirchen noch zusätzlich gestalterisch verbunden. Eine weitere Translozierung, welche die besondere Relevanz des Kurparks Burtscheid als Identifikationsort und dessen große Bedeutung für die Geschichte Aachens und Burtscheids belegt, geschah 1963 mit der Integration des sogenannten Fürstenbades, der ehemaligen Badezelle vom kriegszerstörten Kaiserbad, in das 1965 eröffnete Gebäude der Kurpark-Terrassen (Dammstraße 40). Darüber hinaus ist die Bedeutung des Kurparks für die Geschichte Burtscheids und Aachens durch die Integration von translozierten Wappensteinen und eines Epitaphs sowie durch die Aufstellung eines historischen Mühlsteins in unmittelbarer Nähe des ehemaligen Rathauses Burtscheid substanziell ablesbar. Insgesamt ist somit festzuhalten, dass die vom Denkmalschutzgesetz NRW geforderte Bedeutung für Städte und Siedlungen beim Kurpark Burtscheid gegeben ist, weil diese öffentliche Parkanlage mit seinen oben erwähnten Elementen und Strukturen sowie seiner charakteristischen Gestaltung die Stadtgeschichte von Burtscheid sowie durch Translozierungen auch von Alt-Aachen dokumentiert. Die Erhaltung und Nutzung des Kurparks Burtscheid einschließlich der Kurpark-Terrassen liegen aus wissenschaftlichen und städtebaulichen Gründen im öffentlichen Interesse: - wissenschaftliche, ortsgeschichtliche, gartenarchitekturgeschichtliche und architekturhistorische Gründe für die Erhaltung und Nutzung: - Der Kurpark Burtscheid bildet einen wesentlichen Bestandteil und den historischen Kern des Burtscheider Kurviertels. Während die ältesten Badehotels nach schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg abgebrochen und beseitigt wurden, blieb der historische Kurgarten als zentrale Grünfläche erhalten und wurde noch erweitert. Er ist das materielle Zeugnis des in Burtscheid seit der dortigen Errichtung eines öffentlichen Trinkbrunnens (um 1815) systematisch ausgebauten Kurwesens bis hin zur Wiederbelebung und Neuausrichtung in der Nachkriegszeit. Die Integration des Couven-Gartenpavillons vom kriegszerstörten Aachener Couven-Museum, des Fürstenbades vom kriegszerstörten Aachener Kaiserbad und des nach Zerstörung der Nachbarbebauung freigestellten Burtscheider Rathauses in diesen Kurpark sowie die Einbeziehung von Spolien, beispielsweise von historisch besonders wertvollen Wappensteinen (s.o.), haben die hohe ortsgeschichtliche Aussagekraft des erweiterten Kurparks noch gesteigert. Der Kurpark Burtscheid stellt mit seinen oben beschriebenen charakteristischen Elementen und Strukturen daher ein anschaulich überliefertes Dokument dar, welches für die wissenschaftliche Erforschung ortsgeschichtlicher Fragestellungen substanziell zu bewahren ist. Darüber hinaus gehören zu den wissenschaftlichen Gründen für die Erhaltung und Nutzung des Kurparks Burtscheid auch gartenarchitekturgeschichtliche Gründe, weil es sich dabei um ein qualitätvolles Beispiel für die Gartenarchitektur der Nachkriegszeit bis zum Ende der 1960er Jahre handelt. Die Wiederherrichtung des alten Kurgartens aus dem 19. Jh. nach schweren Schäden des Zweiten Weltkriegs bis zur Wiedereröffnung im Jahr 1952 wurde von dem freischaffenden Gartenarchitekten Carl Ludwig Schreiber planerisch begleitet. Schreiber war zugleich seit 1948 an der Technischen Hochschule Aachen zunächst als Lehrbeauftragter und ab 1952 als Honorarprofessor für Garten- und Landschaftsgestaltung tätig. Im Jahr 1956 erhielt Schreiber eine Berufung an die Technische Hochschule München und war bis zu seiner Emeritierung (1971) hauptberuflich als Professor für Garten- und Landschaftsgestaltung an der Technischen Hochschule München in Weihenstephan tätig. Leben, Werk und Lehre dieses durch seine langjährige universitäre Tätigkeit für nachfolgende Schülergenerationen besonders einflussreichen Gartenarchitekten wurden bereits im Rahmen einer Masterarbeit an der Technischen Universität München dargestellt (s. Christenn 2015, S. 104). Vertiefend wird dessen Gesamtwerk derzeit an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH) erforscht (Dissertationsprojekt von Katharina Christenn). Der Kurgarten in Aachen-Burtscheid war bereits das Thema einer studentischen Untersuchung an der RWTH Aachen (s. Wendt 2017/2018). Nach derzeitigem Kenntnisstand gehen die Bodenmodellierungen im nördlichen, ältesten Teil des Kurparks sowie ergänzende Gehölzpflanzungen auf Carl Ludwig Schreiber zurück. Die in den 1960er Jahren erfolgte südliche Erweiterung des Kurparks wurde nicht mehr von Carl Ludwig Schreiber gestaltet, der damals bereits Aachen verlassen hatte und zur Technischen Hochschule München gewechselt war. Für den Gesamtentwurf der Erweiterung und Umgestaltung des Kurparks Burtscheid in drei Bauabschnitten zwischen 1962 und 1969 war der Aachener Gartenarchitekt Hans Kaldenbach verantwortlich (s. Literatur, Stadt Aachen 1970, "Das Grün in unserer Stadt", 1970, o.S., Chronologie). Um 1930 hatte er sich als freischaffender Gartenarchitekt in Aachen niedergelassen. Zahlreiche Werke, darunter viele Privatgärten, schuf er in einer Planungsgemeinschaft mit dem Gartenarchitekten M. Steffens, Aachen. (s. Gröning/Wolschke-Bulmahn 1997, Grüne Biographien, S. 174). Sein Gesamtwerk und insbesondere seine gartenarchitektonischen Leistungen in der Zeit des Wiederaufbaus und seine weiteren Beiträge zur Nachkriegsmoderne sind bislang noch nicht erforscht. Der Kurpark Burtscheid einschließlich der Kurpark-Terrassen verkörpert in seiner weitgehend authentisch überlieferten Gestaltung der 1960er Jahre die von Hans Kaldenbach angewandte Formensprache und Materialität der Nachkriegsmoderne und ist als Forschungsgegenstand prädestiniert. Charakteristisch ist die erzielte Weitläufigkeit von modellierten Rasenflächen, aber auch von großzügig dimensionierten Wegen und Terrassen, welche intendierte Blickbezüge eröffnen und den sich durch den Kurpark bewegenden Kurgästen eine weite Sicht und stets wechselnde Perspektiven bieten. Als Blickfänge sind sowohl die innerhalb des Kurparks befindlichen Gebäude als auch prägende Bauten in der Umgebung optisch einbezogen. Das zentrale Wasserbecken mit Fontänen ist neben den Kurpark-Terrassen das Wahrzeichen dieses Kurparks mit seiner heißen Thermalquelle. Geometrische Beete mit farbintensivem Wechselflor sorgen für ein saisonal abwechslungsreiches Bild. Für das Publikum von Kurparks ist jährlich wechselnder Blütenschmuck besonders wichtig, nicht zuletzt aufgrund des Konkurrierens mit anderen Kurstädten. Zum charakteristischen Gehölzspektrum der 1960er Jahre gehören auch viele Exoten (s.o., Beschreibung des Bestandes), die mit auffälligem Blütenschmuck und/oder Herbstlaubfärbung wechselnde Eindrücke prägen. Darüber hinaus sind die kontrastreichen Materialien von unterschiedlicher Farbigkeit für diese Gestaltung der Nachkriegsmoderne charakteristisch, darunter das Raster aus Waschbeton in zwei unterschiedlichen Farben als Terrassenbelag am Gebäude Kurpark-Terrassen, die teils in einer kontrastierenden Materialmischung aus Klinker- und Natursteinpflaster befestigten Wege und Treppenpodeste, die Brüstungs- und Stützmauern aus Naturstein- und/oder Ziegelmauerwerk. Die einbezogenen älteren Elemente wie beispielsweise Wegabschnitte und Treppen sind durch einheitliche Materialien und Details wie charakteristisch gestaltete Metallgitter und Abdeckungen aus Natursteinplatten als Bestandteile integriert. Skulpturale Details wie "Die Sitzende" und die als Reliefs in die Stützmauer eingefügten Wappensteine sowie der Epitaph bieten nicht nur Blickfänge, sondern darüber hinaus auch einer Ausstellung im Freien vergleichbare Bildungsangebote. Die oben bereits erwähnten nachfolgend im Rheinland geschaffenen Kurparks in Bonn-Bad Godesberg (1969-1970) und in Bad Münstereifel (1973-1979) wurden beide von dem freischaffenden Gartenarchitekten Heinrich Raderschall und seinem Bonner Planungsbüro entworfen. Diese öffentlichen Parkanlagen sind ebenfalls weitgehend authentisch überliefert und Denkmäler im Sinne des § 2 Denkmalschutzgesetz NRW. Diese drei Kurparks der 1960er und 1970er Jahre nehmen deutschlandweit in dieser räumlichen Nähe im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen eine Sonderstellung ein und bieten sich für vergleichende gartenhistorische bzw. kunstgeschichtliche Forschungsthemen an. Weitere Forschungsansätze für unterschiedliche Fachdisziplinen werden im Folgenden skizziert. Der Kurpark Burtscheid wäre als ein bundesweit seltenes Werk der 1960er Jahre besonders geeignet, um die Veränderung und Ausweitung des Kurwesens zu dieser Zeit aus medizinhistorischer und sozialwissenschaftlicher Perspektive zu untersuchen. In diesem Zusammenhang wäre zu beleuchten, welche Therapiemöglichkeiten und Aktivitäten diese besondere Kurparkgestaltung und Ausstattung dokumentiert. Es standen seinerzeit nicht nur die Heilwasser-Anwendungen sowie die gesundheitsförderliche Bewegung unterschiedlicher Intensität, beispielsweise durch verschiedene Rundgänge einschließlich Steigungen und Treppen, im Mittelpunkt, sondern insbesondere auch der erholsame Aufenthalt im Freien verbunden mit einem kulturellen Angebot (Kurkonzerte, Tanzveranstaltungen etc.). - weitere wissenschaftliche, hier architekturhistorische Gründe für die Erhaltung und Nutzung: - Neben seiner Denkmalbedeutung als Bestandteil des Kurparks Burtscheid, welche unter anderem auf dem oben beschriebenen, sehr überzeugenden Zusammenspiel von Gebäude und Parkanlage beruht, besitzt das Gebäude der ehem. Trink- und Wandelhalle auch für sich betrachtet eine große architekturhistorische Bedeutung als sehr anschauliches, gestalterisch konsequentes und gut überliefertes Zeugnis einer wichtigen Strömung in der Architektur der 1950er und 1960er Jahre in Deutschland. Charakteristische Merkmale dieser Strömung sind eine auf wesentliche, möglichst schlank ausgeführte Elemente reduzierte Konstruktion sowie fließende Übergänge zwischen Innen- und Außenraum. Die Wurzeln dieser Strömung reichen bis hinab in die moderne Architektur der Zwischenkriegszeit und Bauten z.B. von Mies van der Rohe. Als prominente Beispiele dieser Strömung in der Architektur der Bundesrepublik der 1950er und 1960er Jahre, welche aufgrund charakteristischer Merkmale wie weit vorkragender, im Querschnitt schlanker Betondeckenplatten den Aachener Kurpark-Terrassen vergleichbar sind, könnte man den Bau der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg von 1952-1954 und den 1963-1965 errichteten Kanzlerbungalow, beide von Sep Ruf, sowie die Wohnbauten Richard Neutras nennen. Letzterer lieferte in den 1960er Jahren Entwürfe auch für Bauten in Deutschland (Königstein, Quickborn und Wuppertal), bei denen, ähnlich wie bei den Aachener Kurpark-Terrassen, der Kontrast zwischen Glasfassaden und Naturstein-verkleideten Mauerscheiben eine wichtige Rolle spielt. Inwieweit die Bauten Sep Rufs und Richard Neutras als Inspirationsquelle für Hanns Compernass, den Architekten der Kurpark-Terrassen, gedient haben könnten und auf welche Weise die oben skizzierte Strömung sich in der Architektur der 1960er Jahre in Deutschland entwickelte und verbreitete, das sind architekturhistorischen Fragen, für deren Er-forschung das Gebäude der Aachener Kurpark-Terrassen eine wichtige und daher substanziell zu erhaltende Quelle darstellt. Eine konkrete Forschungsfrage in diesem Zusammenhang ergibt sich zum Beispiel im Hinblick auf die Verbreitung und architekturhistorische Bedeutung von Glasfassaden ohne metallene Rahmenelemente, wie sie bei den Aachener Kurpark-Terrassen verwirklicht wurden. Zumindest bei den oben zitierten Beispielen von Sep Ruf und Richard Neutra kam diese die Transparenz der Fassaden noch steigernde Technik nicht zur Anwendung. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass zahlreiche wissenschaftliche Gründe für die Erhaltung und Nutzung des Kurparks Burtscheid einschließlich der Kurpark-Terrassen als Baudenkmal sprechen. - Städtebauliche Gründe für die Erhaltung und Nutzung: - Es sind städtebauliche Gründe für die Erhaltung und Nutzung des Kurparks Burtscheid vorhanden, weil diese öffentliche Grünanlage in ihrer oben näher beschriebenen charakteristischen Gestaltung das Stadtbild von Burtscheid prägt. Der nach den verheerenden Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs nur teilweise vorgenommene Wiederaufbau in den 1950er Jahren und die nachfolgende städtebauliche Neuordnung des Burtscheider Kurviertels in den 1960er Jahren ermöglichten u.a. auch die flächenmäßige Erweiterung des historischen Kurgartens. Mit dieser Vergrößerung und Umgestaltung wurde nicht zuletzt die Inszenierung der Bauten auf dem Michaelsberg und des historischen Rathauses im Tal erzielt. Die beiden vom renommierten Baumeister Johann Joseph Couven (1701-1763) entworfenen spätbarocken Kirchen prägen schon seit dem 18. Jahrhundert zusammen mit dem Kloster der Schwestern vom armen Kinde Jesus erhöht auf dem Michaelsberg die Stadtsilhouette. Das Rathaus Burtscheid wurde nach Beseitigung der kriegszerstörten Nachbarbebauung freigestellt und in den Kurpark integriert, was deutlich an der einheitlichen Pflasterung und an den Parkzugängen auf unterschiedlichem Niveau ablesbar ist. Der Kurpark Burtscheid einschließlich der Kurpark-Terrassen vermittelt in Hanglage zwischen der Bebauung an Dammstraße und Burtscheider Markt und den Landmarken auf dem Michaelsberg, zu denen auch ein Kloster gehört. Die Dammstraße ist als Haupterschließung aus nördlicher Richtung in die städtebaulich wichtige Grüngestaltung einbezogen, indem geschnittene Platanen in Reihenstellung auf dem nordwestlichen Grünstreifen zusammen mit den Gehölzen des Kurparks den Blick auf die Kirche St. Michael rahmen. Der östliche Bürgersteig entlang der Dammstraße signalisiert durch ein aufwendiges Pflaster in kontrastierender Materialität und Farbigkeit zusammen mit begleitenden Rasenflächen, Pflanzbeeten und teils mit bauzeitlichen PKW-Parkbuchten die Zugehörigkeit zur Kurparkgestaltung (s.o., siehe Gutachen LVR). Die oben detailliert beschriebenen Sichtbezüge zwischen den auf unterschiedlichen Niveaus liegenden Parkteilen sowie zwischen den Straßenzügen mit ihren prägenden Bauten werden durch die weiträumigen Freiflächen des Kurparks in Verbindung mit hohen Solitärgehölzen bzw. Baumgruppen gezielt ermöglicht bzw. teilweise verdeckt. Terrassen und Aussichtsplattformen für den Aufenthalt der Kurgäste signalisieren zugleich Standorte zum Erleben der Sichtmöglichkeiten und intendierten Perspektiven. Aus dieser städtebaulichen Situation ist der Kurpark Burtscheid nicht herauszulösen, ohne die Aussagekraft der denkmalwerten Gestaltung zu zerstören. Die überregionale Rezeption dieses Werks von Hans Kaldenbach und der damit erzielten städtebaulichen Leistung belegt die Präsentation von Plänen und Fotos vom Kurpark Burtscheid auf der Deutschen Bauausstellung in Essen 1969. Für die Erhaltung und Nutzung des Kurparks Burtscheid als Baudenkmal liegen somit auch städtebauliche Gründe vor.
Schutzumfang Der Kurpark Burtscheid einschließlich der Kurpark-Terrassen liegt am nach Südosten ansteigenden Hang des Michaelsbergs und erstreckt sich zwischen dem Burtscheider Markt im Süden und der Kurbrunnenstraße im Norden. Westlich wird der Kurpark von der Dammstraße eingefasst, welche in die Straße Burtscheider Markt übergeht, östlich bildet die Michaelsbergstraße die Begrenzung, südöstlich grenzen der Vorplatz der Kirche St. Michael und die Straße St. Johann daran. Die Kirchen St. Michael und St. Johann Baptist sowie das Kloster der Schwestern vom armen Kinde Jesus auf der Anhöhe und das historische Rathaus am Burtscheider Markt bilden prägende Bezugspunkte der Grünanlage. Die Denkmalgrenze an der Dammstraße wird von der Fahrbahn gebildet. Grünstreifen mit Platanen auf Rasenfläche entlang des nordwestlichen Abschnitts der Dammstraße, der östliche Bürgersteig, die Grün- bzw. Beetflächen sowie die mit Natursteinpflaster befestigten Parkbuchten im südöstlichen Abschnitt sind Bestandteile des Baudenkmals. Innerhalb des Kurparks Burtscheid befinden sich die folgenden eingetragenen Denkmäler: ? Burtscheider Markt 1, Ehemaliges Rathaus Burtscheid (lfd. Nr. 03004) ? Kurbrunnenstraße o. Nr., Couven-Gartenpavillon (lfd. Nr. 03424) ? Dammstraße o. Nr., Fürstenbad (lfd. Nr. 02843) Das Quellgebäude der Rosenquelle trägt als jüngere Veränderung nicht zur Denkmalbedeutung des Kurparks Burtscheid bei. Das Wohnhaus Klostertreppe 3 samt Grundstück gehört nicht zum Schutzumfang des Kurparks Burtscheid. (siehe Gutachten des LVR-ADR vom 19.03.2021, das Bestandteil der Eintragung ist)
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