| Merkmale | Wegekreuz aus Blaustein, um 1733, Hochkreuz auf geböschtem Sockel; die Kreuzenden mit halbrundem Aufsatz mit volutenartigem Anlauf, die innen liegenden Ecken mit Viertelkreisen gefüllt. Kreuz auf Straßenseite mit Darstellung Kreuzigungsszene, flankiert von zwei geflügelten Engelsköpfen, am Schaftansatz Totenkopf mit Knochen, darunter Inschrift "MEMENTO MORI - Reene (sic!) deine Seele J. G.?. Rückseitig auf Kreuz und Schaft verwitterte zehnzeilige Frakturschrift, Nennung des Datums 06.Spetember 1733; in der Kreuzspitze Darstellung des sitzenden Christus. Unter der Inschrift Darstellung eines Dreiecks im Kreis mit drei Querstreben, Kreis umrandet mit verzierendem Blattwerk. |
| Begründung | Das Objekt ist bedeutend für die Geschichte des Menschen und die Kunst und Kulturgeschichte. Für seine Erhaltung und Nutzung liegen wissenschaftliche und städtebauliche Gründe vor.
Bedeutung für die Geschichte des Menschen und der Kunst- und Kulturgeschichte:
Wegekreuze sind Zeichen christlichen Glaubens, insbesondere in seiner katholischen Tradition. Die Kreuze konnten unterschiedliche Funktionen besitzen, z.B. in rituelle Handlungen des Kirchenjahres eingebunden sein, als Ziel oder Wegpunkt von Prozessionen dienen, zu Gebet und Mahnung auffordern oder waren Bestandteil von Erinnerungskultur und Volksfrömmigkeit. Die Kreuze entstanden i.d.R. aufgrund privater Stiftungen oder Spenden aus unterschiedlichsten Anlässen, z.B. als Erinnerung und Andacht aufgrund von Unfällen oder Verbrechen (sog. Mordkreuze), besondere Ereignisse oder dem Glauben an Schutz und Vermeidung von Unheil. Die Kreuze sind somit als Zeichen religiös motivierter Handlungen, persönlicher Schicksale und Andenken im Orts- und Landschaftsbild präsent und vervollständigen den Eindruck einer tief verwurzelten Frömmigkeit der Bevölkerung und der tradierten starken Bindung an die katholische Kirche. Insbesondere während der französischen Besatzung im Zuge der Säkularisation wurden oftmals Wegekreuze und Bildstöcke entfernt, die Neuerrichtung war verboten.
Ferner liegen für Erhalt und Nutzung vor:
Wissenschaftliche Gründe:
Gerade in den ländlichen Bereichen außerhalb der Stadt sind bis heute zahlreiche Kleinarchitekturen zu finden, welche zwar wenig offensichtliche, aber für die Kultur- und Landesgeschichte wichtige Elemente darstellen. Neben z.B. Grenz- oder Nachbarholzsteinen sind dies meist religiös konnotierte Kleinarchitekturen wie Heiligenhäuschen, Bildstöcke, Wege-, Gedenk- oder Votivkreuze.
Die Kleinarchitekturen, hier insbesondere Wegekreuze, wurden aus unterschiedlichsten Motiven heraus errichtet und tragen wie hier entsprechend häufig Zeichen, Symbole und Inschriften, welche auf den jeweiligen Anlass und ggf. Stifter verweisen. Die Wegekreuze sind zudem in ihrer Gestaltung und der Art ihrer handwerklichen Ausführung ähnlich aufgebaut und in der Regel dreiteilig mit Sockel, Schaft und Kreuzaufsatz gegliedert. Gerade die älteren Wegekreuze sind in der Regel aus lokal gebrochenem Blaustein gefertigt. Die sorgfältige Steinbearbeitung u.a. mit dem Scharriereisen sowie die figürlichen Darstellungen und das Dekor zeugen von der Beteiligung eines erfahrenen Steinmetzen. Das 1733 entstandene Wegekreuz ist eines der ältesten großen Wegekreuze in der Region Aachen mit Inschrift und figürlichem Dekor und somit von besonderem historischen Zeugniswert. Ob es sich seit 1733 in situ befindet ist unklar aber aufgrund der Lage an einer historischen Wegeverbindung denkbar.
Für verschiedene Regionen sind inzwischen wissenschaftlich aufgearbeitete Inventare vorhanden oder werden erarbeitet und als Teil der Kulturlandschaft wissenschaftlich dokumentiert. Wegekreuze sind Informationsträger und Zeugnisse historischer Traditionen und als solche als Quelle sowohl für die Erforschung der Kulturlandschaft, der Volksfrömmigkeit und religiösen Traditionen als auch von Einzelschicksalen und dem Alltag der Bevölkerung von hoher Bedeutung.
Städtebauliche Gründe:
Wegekreuze, Bildstöcke und ähnliche Kleindenkmäler prägen gerade im ländlichen Raum Ortschaften und Straßenräume und sind Hinweise auf zumeist religiös motivierte Ereignisse, Schicksale oder (lokale) Entwicklungen einer gläubigen Bevölkerung. Das zur Rede stehende Kreuz markiert den Verlauf der historischen Wegeverbindung zwischen Kornelimünster und dem südwestlich gelegenen Schleckheim, welche auch in den vorliegenden Karten Anf. des 19. Jh. eingezeichnet ist.
Entlang der Schleckheimer Straße befinden sich in lockerer Reihung mehrere denkmalgeschützte Gebäude und Hofanlagen, so dass das historische Bild der Wegeverbindung mit seiner ursprünglich geringeren Bebauung nachvollzogen werden kann. Das Kreuz ist als historischer Bestandteil der Landschaft prägnant. Das verwendete Blausteinmaterial entstammt den lokalen Steinbrüchen bzw. Vorkommen im Aachener Süden.
Die Voraussetzungen des § 2 Denkmalschutzgesetz Nordrhein-Westfalen für die Eintragung in die Liste der geschützten Denkmäler sind daher erfüllt. |