Wohn- und Geschäftshaus
Denkmalnummer 05334002 A 01663
Adresse Hof 1
Koordinaten 294506 5628933
Eintragung 18.05.1983
Denkmalart Baudenkmal
Kataster Flurstück: Gem.: Aachen Flur: 83 Flurst.: 505
Merkmale Wohn- und Geschäftshaus, erbaut 1658 über älterem Kellergewölbe, Umbauphasen im 18., 19 und 20. Jh., Giebelfassade durch Architekt Michael Esser 1950 in den Zustand des 17. Jh. rekonstruiert; zweigeschossiges Giebelhaus in Ecklage zwischen Hof und Körbergasse, backsteinsichtige Fassade mit Eckverband und gliedernden Horizontalbändern aus Mergel und Blaustein im Stil der "Maasländischen Renaissance", Gewände aus Blaustein: Eingangsbereich mit Haupteingang und zwei Verkaufsfenstern mit flachem Korbbogen, Datierung "1658" im Türsturz, darüber Okulus, rechts großes achtteiliges Kreuzstockfenster, im Obergeschoss zwei sechsteilige Kreuzstockfenster, im Giebel sechsteiliges Kreuzstockfenster und Ladeluke mit Korbbogen, darüber Öffnung für ehem. Flaschenzug; am Ortgang gemauerte holländische Dreiecke, Ankereisen; sämtliche Öffnungen mit gemauerten Entlastungsbögen überfangen. Die Kreuzstock- und Verkaufsfenster sowie das profilierte Gesims und der Schwebegiebel zum Hof um 1950 (teil-)rekonstruiert. Fassade zur Körbergasse weitgehend unverändert, Kreuzstockfenster aus Holz (teilerneuert), an der Gebäudeecke weitere Tür und Verkaufsfenster in Blaustein mit Stichbogensturz (18. Jh.); Jahreszahl 1658 als Ankersplinte. Sämtliche Fenster in Holz mit Bleirutenverglasung, Satteldach mit Ziegeldeckung, zur Körbergasse Dachüberstand mit profilierten Aufschieblingen und mittiger Giebelgaube. Im Innern Konstruktion und Erschließung weitgehend erhalten, Kaminstandorte nachvollziehbar; bauzeitliche Raumstrukturen durch zahlreiche Nutzungsänderungen überformt und verändert, wandfeste Ausstattung überwiegend 2. Hälfte 20. Jh.; Kellergewölbe unter dem Hauptgebäude zweischiffig mit firstparallelen Tonnen aus Kalkmergel (vor 1656), die nördliche weiter in den Hof reichend, nach Osten drei weitere kleine Kellerräume mit Tonne und flachem Gratgewölbe aus Backstein; im EG dekorative Holzbalkendecke wohl aus den 1950er Jahren, darüber in Teilen erhaltene hist. Holzbalkendecke (z.T. Kölner Decke) mit Mutter- und Kinderbalkenlage, unterfangen mit nachträglichen Stahlträgern/-stützen; weitere erhaltene hist. Holzbalkendecke im 1. OG anzunehmen aber verkleidet, barocke Kassettentür zum Treppenhaus vermutlich zweitverwendet; bauzeitlicher Treppenlauf erhalten, insbesondere Spindeltreppe im Obergeschoss mit eingekerbten Stufen wohl noch 17. Jh, gewinkelter Treppenlauf im EG mit Anfänger wohl 18. Jh. , Brettbaluster nicht erhalten; zweigeschossige Dachkonstruktion des 17. Jh. mit zeittypischem, zweifachem Bockgerüst erhalten: gekrümmte Bockstreben mit Kopfband und Bockbalken, darauf aufgezapft Firststiel mit seitlicher Abstrebung und angenagelten Kopfbändern in Firstrichtung, Mittelpfetten erhalten, Sparren und obere Pfettenlage wohl 1950 erneuert. Nach Osten um zweigeschossigen Holz-Schwemmstein-Anbau mit abgeschlepptem Dach erweitert (19. Jh.?). Anschließender ehem. kleiner Innenhof modern überbaut. (ausführliche Darstellung siehe gutachterliche Stellungnahme vom 29.06.2026)
Begründung Ein öffentliches Interesse an der Erhaltung und Nutzung dieses Denkmals besteht aufgrund der Bedeutung für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen. An seiner Erhaltung und Nutzung besteht wegen wissenschaftlicher und städtebaulicher Bedeutung ein Interesse der Allgemeinheit. Bedeutung für die Geschichte des Menschen: Hof 1 ist bedeutend für die Geschichte des Menschen, da das Gebäude in anschaulicher Weise die Lebens-, Arbeits- und Wirtschaftsverhältnisse der Aachener Stadtbevölkerung über mehrere Jahrhunderte dokumentiert. Bereits die unter dem Haus erhaltenen, wahrscheinlich noch mittelalterlichen Kelleranlagen verweisen vermutlich auf eine ältere, kleinteilige innerstädtische Vorgängerbebauung und damit auf frühere Formen städtischen Wohnens und Wirtschaftens im Bereich der ältesten Siedlungsareale der Stadt. Die vergleichsweise geringe Dimension der Keller spricht für kleinere Hausstellen und möglicherweise für eine handwerklich geprägte Bebauung. Mit dem 1658 auf diesen älteren Kellerstrukturen errichteten aufgehenden Bau dokumentiert das Objekt zugleich den Wiederaufbau nach dem verheerenden Stadtbrand von 1656, bei dem 9/10tel der Gebäude zerstört wurden. Es veranschaulicht damit einen tiefgreifenden Einschnitt in die Lebensverhältnisse der Stadt und die daraus resultierende Veränderung der Baupraxis. Der Wechsel von der zuvor verbreiteten Fachwerkbauweise zum massiven Backsteinbau mit Natursteingliederungen ist Ausdruck neuer brandschutzbezogener und materieller Rahmenbedingungen des städtischen Lebens in der Frühen Neuzeit. Darüber hinaus belegt das Haus die historisch enge Verbindung von Wohnen, Handwerk, Handel und Gastgewerbe in der Aachener Altstadt. Die Fassaden- und Erdgeschossausbildung mit Verkaufsfenstern, die Hinweise auf Warenumschlag über die Giebelluke sowie die späteren Nutzungen als Restaurant, Hotel und Gaststätte machen die funktionale Durchmischung des Hauses und seines Quartiers über längere Zeiträume hinweg nachvollziehbar. Das Gebäude besitzt damit Aussagekraft für die Alltags-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Stadt. Schließlich dokumentiert Hof 1 auch die Geschichte des gesellschaftlichen Umgangs mit historischer Bausubstanz im 20. Jahrhundert. Die (Teil-)Rekonstruktion der Hauptfassade 1949/50 bezeugt das frühe Nachkriegsbestreben, den Hof als historisch aufgeladenen Stadtraum nicht verkehrsplanerisch zu überformen, sondern in seiner altstädtischen Anmutung bewusst wiederherzustellen. Das Gebäude ist daher auch ein Zeugnis für das Geschichtsbewusstsein und die identitätsstiftende Rückgewinnung historischer Stadtbilder nach dem Zweiten Weltkrieg im Gegensatz zur v.a. verkehrstechnischen und fortschrittsgläubigen Neuausrichtung der Städte. Bedeutung für Städte und Siedlungen: Hof 1 ist bedeutend für die Geschichte der Städte und Siedlungen, weil es Teil eines siedlungsgeschichtlich herausragenden Areals innerhalb der Aachener Innenstadt ist. Der Hof gehört zu den ältesten Siedlungsbereichen der Stadt. Für das Umfeld ist eine kontinuierliche städtische Nutzung seit der Römerzeit archäologisch belegt. Im Bereich des Hofes sind das römische Forum, angrenzende Heiligtümer sowie benachbarte Thermenanlagen nachgewiesen bzw. werden vermutet. Im Mittelalter befanden sich hier unter anderem das Blasiusspital und die Vorgängerkirche von St. Foillan als herausragende Bauten. Das Gebäude Hof 1 steht damit in einem topographisch, funktional und historisch außerordentlich verdichteten Stadtraum. Von besonderer Aussagekraft ist zudem die Kontinuität des Bauplatzes: Die wohl älteren Kelleranlagen unter dem heutigen, 1658 errichteten Haus verweisen auf eine mindestens spätmittelalterliche Vorgängersituation. Hof 1 veranschaulicht damit die Fortdauer historischer Parzellen-, Nutzungs- und Erschließungsstrukturen in der dicht bebauten Altstadt. Die Überlagerung antiker und mittelalterlicher Substanz, frühneuzeitlichen Wiederaufbaus und nachkriegszeitlicher Wiederherstellung macht das Objekt zu einem wichtigen Zeugnis der langfristigen Stadtentwicklung an diesem Ort. Das Gebäude dokumentiert darüber hinaus die historische Funktion des Hofes als innerstädtischen Verbindungs-, Markt- und Gewerberaum. Seine Ecklage zwischen Hof und Körbergasse sowie die nachweisbare Verkaufsarchitektur zeigen die Verzahnung von Gebäude, Straßenraum und wirtschaftlicher Nutzung. Damit trägt Hof 1 zur Ablesbarkeit der gewerblich geprägten historischen Funktionsstruktur des Quartiers bei. Die im Umfeld nachgewiesenen Gewerbe - darunter Schuster, Korbmacher und Tuchhändler - finden in der baulichen Ausprägung des Hauses einen anschaulichen baulichen Niederschlag. Zugleich ist das Gebäude ein wichtiges Zeugnis der Wiederaufbaugeschichte der Aachener Altstadt nach 1945. Der Hof wurde im Neuordnungsplan von 1950 bewusst von großmaßstäblichen Verkehrsplanungen ausgenommen, um seine historische Atmosphäre zu bewahren und für die Innenstadtentwicklung nutzbar zu machen. Hof 1 dokumentiert durch seine frühe (Teil-)Rekonstruktion diese Phase städtebaulicher Neuorientierung in besonderer Anschaulichkeit. Das Haus Hof 1 und die angrenzende Platzanlage stehen sinnbildlich für die Wiederaufbauphase im Aachener Stadtkern. Seine Umgestaltung zu einer innerstädtischen Aufenthalts- und Ruhefläche gegenüber den projektierten Verkehrszonen spiegelt die veränderten Lebensverhältnisse der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wider. Die (Teil-)Rekonstruktion historischer Fassaden verdeutlicht zugleich den bürgerlichen Anspruch auf eine an traditionellen Gestaltungsformen orientierte Altstadterneuerung, die in den folgenden Jahren prägend wurde. Das Gebäude und die Platzanlage sind damit Ausdruck des zeitgenössischen Diskurses über den Wiederaufbau der Innenstädte und den Umgang mit historischer Bausubstanz. Dies zeigt sich in der Wiederherstellung bestehender Fassaden (Hof 1-2), der Einfügung translozierter Fassaden (Büchel 22/Hof 5, Hof 9), der Rekonstruktion der Fassade des Quirinusbades sowie der Aufstellung von Kopien der römischen Arkadenstellung. Gleichzeitig blieb der Umgang mit dem Hof und der angrenzenden Altstadt Gegenstand kontroverser Diskussionen, insbesondere im Zusammenhang mit den Nachfolgebauten des Kaiserbades. Ein Kommentar der Aachener Nachrichten vom 08.03.1985 bringt dies auf den Punkt: "Eine Stadt, in der bei jeder Gelegenheit von Geschichte geredet wird, darf sich die Zerstörung ihrer geschichtlichen Denkmäler nicht leisten. Eine Stadt, die bewohnbar sein will, braucht Ruhezonen, in der ihre Bewohner sich wohlfühlen. [...] Der Hof sollte nicht zu einem weiteren, womöglich schlimmeren Beispiel für unverständigen Umgang mit der eigenen, dabei oft beschworenen Geschichte werden!" Das Zitat unterstreicht die besondere Bedeutung des Hofes als identitätsstiftenden Ort der Altstadt. Ferner liegen für Erhalt und Nutzung vor: Wissenschaftliche, insbesondere architekturhistorische Gründe: Architekturhistorisch ist das Gebäude von Bedeutung als anschauliches und in wesentlichen Teilen aussagekräftiges Beispiel eines Aachener Wohn- und Geschäftshauses des Wiederaufbaus nach dem Stadtbrand von 1656. Der 1658 errichtete Baukörper belegt die für diese Phase charakteristische Massivbauweise aus Backstein mit Natursteingliederungen und die Orientierung an Formen der sogenannten "Maasländischen Renaissance". Die steinsichtige - wenn auch teilrekonstruierte - Giebelfassade zum Hof mit Eckverband, horizontalen Steinbändern ("Specklagen") und Gesimsen, Kreuz- und Querstockfenstern, Okulus, Giebelluke mit Flaschenzugöffnung und Schwebegiebel vermittelt wesentliche Merkmale des regionalen Bauens im 17. Jahrhundert. Wissenschaftlichen Quellenwert besitzt das Gebäude darüber hinaus aufgrund seiner ablesbaren Umbaugeschichte. Veränderungen des 18. und 19. Jahrhunderts an den Öffnungen, der Verkaufsarchitektur und den Fassadenelementen veranschaulichen die Anpassung eines frühneuzeitlichen Stadthauses an veränderte Nutzungsanforderungen. Das Objekt erlaubt damit Aussagen zur Typologie, Fortentwicklung und funktionalen Transformation innerstädtischer Profanbauten. Besondere architekturhistorische Aussagekraft besitzt die Wiederherstellung der Hoffassade in den Jahren 1949/50 durch Michael Esser. Diese Maßnahme ist nicht lediglich als Verlust originaler Substanz zu bewerten, sondern als inzwischen selbst geschichtlich relevante Schicht. Sie dokumentiert eine frühe Phase des Wiederaufbaus, in der ältere Fotografien, Zeichnungen und am Bau ablesbare Befunde zur Rekonstruktion eines als historisch wertvoll verstandenen Fassadenbildes herangezogen wurden. Das Gebäude besitzt deshalb auch Quellenwert für die Geschichte der Denkmalpflege, der Rekonstruktionspraxis und des historisierenden Wiederaufbaus in Aachen nach dem Zweiten Weltkrieg. Gefügekundlich ist Hof 1 von erheblicher Bedeutung, weil sich an dem Gebäude mehrere Bau- und Veränderungsphasen konstruktiv nachvollziehen lassen. Dies gilt zunächst für die unter dem Haus erhaltenen Gewölbekeller. Die beiden Längstonnen aus kleinteiligem Kalk- bzw. Mergelstein unter dem Hauptbau und die nach Osten anschließenden kleineren Kellerräume mit Backsteingewölben unterschiedlicher Ausbildung sind wichtige Befunde zur Erforschung älterer innerstädtischer Keller- und Gründungsstrukturen. Sie erlauben Rückschlüsse auf unterschiedliche Bauphasen, Bauweisen und möglicherweise auf eine kleinteilige Vorgängerbebauung. Auch im aufgehenden Bau sind wesentliche historische Strukturen erhalten oder zumindest ablesbar. Die weitgehend bewahrte Grundstruktur des Hauses, die Erschließung, nachvollziehbare Kaminstandorte sowie Teile historischer Deckenkonstruktionen (Mutter- und Kinderbalkenlage) liefern wichtige Hinweise auf das frühneuzeitliche Wohn- und Geschäftshauses. Von besonderem Quellenwert ist der nahezu vollständig erhaltene Treppenlauf vom Erdgeschoss bis ins Dachgeschoss, einschließlich der Spindeltreppe mit Eichenstufen und Kerbschnitt, welches als charakteristisches Detail des 16. und 17. Jahrhunderts anzusprechen ist. Hoch ist auch die gefügekundliche Aussagekraft des weitgehend erhaltenen Dachwerks von 1658 als zeittypische Bockkonstruktion aus Eiche. Mit Stuhlstreben, Bockbalken, Firststiel, Firstpfette, Mittelpfetten und Aussteifungselementen ist ein konstruktiv aussagekräftiger Befund überliefert, der wichtige Erkenntnisse zur frühneuzeitlichen Zimmermannstechnik in der Region ermöglicht. Dass einzelne Bauteile im Zuge der Instandsetzung um 1950 ergänzt oder ersetzt wurden, mindert den wissenschaftlichen Wert nicht grundsätzlich, sondern macht die Konstruktions- und Reparaturgeschichte des Hauses zusätzlich ablesbar - nicht zuletzt, da im Zweiten Weltkrieg und danach zahlreiche historische Dachstühle in der Altstadt verloren gingen. Insgesamt ist das Gebäude deshalb in besonderer Weise geeignet, Erkenntnisse zur Baugeschichte, Konstruktion, Materialverwendung, Reparaturpraxis und historischen Schichtenbildung eines innerstädtischen Hauses zu vermitteln. Städtebauliche Gründe: Das Gebäude liegt im Denkmalbereich Aachen Innenstadt. Es liegt im prägenden Kernbereich der Altstadt in unmittelbarer Nähe zum Welterbe Aachener Dom. Es ist als eines der ersten (teil-)rekonstruierten Gebäude des Aachener Altstadtkerns ein Zeugnis für die Stadtgeschichte Aachens, insbesondere für den Stadtumbau in der Folge der Kriegszerstörungen des Zweiten Weltkrieges. Die Rekonstruktion des historischen Gebäudes aus dem 17. Jahrhundert durch Hinzunahme einzelner neu geschaffener Bauelemente ist vor allem aus städtebaulichen Gründen und zur Bewahrung eines typischen Altstadtbildes sowie zur Erhaltung dieser für die Stadt wesentlichen Architektur geschehen. Das Gebäude am Hof 1 ist als "Domkeller" ein elementarer Bestandteil des Altstadtbildes. Der Hof erhält im Gesamtbild neben der rekonstruierten Originalbebauung von Hof 1 durch die Vervollständigung seiner Platzwände mit translozierten Fassadenteilen eine konzentrierte Wirkung, die seine Nutzung für Gastronomie bzw. Kunst, Ausstellungen sowie Veranstaltungen rahmt. Diese Wirkung war beabsichtigt. In seiner Gesamtwirkung ist das Gebäude für die städtebauliche Überleitung zwischen Altstadtplatz und Geschäftsstraße wesentlich. Sie trägt maßgeblich zur Altstadtatmosphäre bei und erfüllt so den Zweck. Zur Erhaltung des Gesamtcharakters der Bebauung am Hof und insbesondere zum Erhalt der Maßstäblichkeit neben den weiteren Denkmälern am Hof, darunter Hof 2, 9 und 20, ist die Erhaltung dieses rekonstruierten Gebäudes vor Ort besonders wichtig. Hof 1 besitzt städtebauliche Bedeutung, weil es den Platzraum des Hofes und den historischen Altstadtzusammenhang in herausgehobener Weise prägt. Das Gebäude steht an markanter Ecklage zwischen Hof und Körbergasse und vermittelt damit zwischen dem raumgreifenden Hof und den angrenzenden engen Altstadtgassen. Aufgrund seiner giebelständigen Ausrichtung und seiner differenzierten Fassadenausbildung kommt ihm eine wichtige raumbildende Funktion zu. Gerade vor dem Hintergrund, dass am Hof mehrere Fassaden ganz oder teilweise aus translozierten Bauteilen anderer Häuser zusammengesetzt wurden, besitzt Hof 1 als auf älterem Kern beruhendes, mit erhaltener historischer Konstruktion ausgestattetes und noch weitgehend authentisches Gebäude ein gesteigertes städtebauliches Gewicht. Insbesondere die zum Hof gerichtete Schaufassade ist für die Wirkung des Platzes von hoher Bedeutung. Mit ihrer steinsichtigen Backsteinfläche, den Natursteingliederungen, den rekonstruierten Kreuzstockfenstern und dem geschweiften Giebel trägt sie wesentlich zur historischen Erscheinung und zur Maßstäblichkeit des Hofes bei. Zudem trägt es durch seine Fassadengestaltung in besonderem Maße zum Wiedererkennungswert und Charakter der Aachener Altstadt bei. Das Gebäude ist Teil eines besonders sensiblen historischen Stadtraums im unmittelbaren Umfeld des Aachener Doms. Seine Lage innerhalb der Pufferzone des Welterbes sowie im Denkmalbereich Innenstadt unterstreicht die Bedeutung des Hauses für die Erhaltung der historischen Raumstruktur, des altstädtischen Maßstabs und der stadträumlichen Identität dieses Bereichs. Gleichzeitig ist es unter dem Namen "Domkeller" zum Kultobjekt avanciert, dessen Bedeutung über die rein städtebauliche Charakteristik hinausgeht und, ähnlich wie die "Rose am Dom" (Fischmarkt 1), auf immaterieller Ebene identitätsstiftend wirkt. So trägt das Gebäude Hof 1 zu einem authentischen Gesamtbild der Aachener Altstadt bei und dient zugleich als plakativer Orientierungspunkt. Gastronomiebetriebe wie der "Domkeller" tragen maßgeblich zur Attraktivität und Aufenthaltsqualität der Aachener Altstadt bei. Die Voraussetzungen des § 2 Denkmalschutzgesetz Nordrhein-Westfalen für die Eintragung in die Liste der geschützten Denkmäler sind daher erfüllt.
Schutzumfang Gebäude vollständig außen und innen wie beschrieben. Die wandfeste Einrichtung der heutigen Gaststätte aus 2. Hälfte des 20. Jh. ist nicht Teil des Denkmals, aber erhaltenswert. ? Siehe Lageplan, der Bestandteil der Eintragung ist. ?
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